15.8.2020
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Felssturz B99 Katschbergstraße

Am 31.12.2003 ereignete sich an der B99 Katschbergstraße südlich von Gmünd ein Felssturz mit einer Kubatur von ca. 4.000 bis 5.000 m³, welcher einerseits zu einer völligen Verlegung der B99 in diesem Abschnitt und andererseits zu einer Gefährdung der unmittelbar bergseits verlaufenden Tauernautobahn führte. Da auch in den an den Felssturz angrenzenden Felsabschnitten laufend Gesteinsabwürfe festgestellt und während der geologisch-geotechnischen Bearbeitung zusätzliche, absturzgefährdete Felsbereiche erkannt wurden, erfolgte die Projektierung der Felssicherung über einen Straßenabschnitt von ca. 300 m Länge.

Bei dem vorliegenden Gebirge handelt es sich um braune bis graue Glimmerschiefer mit schiefrigem bis blättrigem Gefüge. Der Fels weist bereichsweise einen hohen Auflockerungsgrad und, damit in Zusammenhang stehend, eine starke Verwitterung auf. Teilweise bis über 10 cm geöffnete, steil stehende Kluftflächen und annähernd parallel streichende, hangauswärts fallende Trennflächen führen zur Ausbildung von massiv absturzgefährdeten Felsbereichen.

Mit den Felssicherungsarbeiten wurde im Juni 2003 begonnen. Die Sicherung der kritischen Felsabschnitte bzw. Felstürme mit Höhen von bis zu ca. 20 m erfolgte mit rückverankerten Stahlbetonrippen, vernagelten Spritzbetonflächen, Felsabtrag bzw. Sprengung von absturzgefährdeten Bereichen, durch den Einbau von Steinschlagschutzzäunen etc. Nach Abtrag der Felssturzmassen im Juli 2003 wurde die B99 einspurig freigegeben, was zu einer zusätzlichen Erschwernis bei den Felssicherungsarbeiten führte. Zur Langzeitbeobachtung wurden Ankerkraftmessdosen sowie eine Anzahl von geodätischen Messpunkten installiert, die eine Überwachung der gesicherten Felsbereiche erlaubt.

GDP Aufgaben

  • Geologische Kartierung, Untergrunderkundung mittels Kernbohrungen
  • Geologisch - geotechnische Bearbeitung: Gesteinsbeschreibung, geologische Beschreibung, geotechnische Beurteilung der Untergrundverhältnisse, Ausarbeitung eines Untergrundmodells
  • Projektierung der Sicherungsmaßnahmen: Ankerrippen mit vorgespannten Dauerfreispielankern, vernagelte Spritzbetonsicherungen, IBO und SN-Anker, Steinschlagschutzzäune, umfangreiche (Fels-)Abtragsarbeiten
  • Ausschreibung der Hangsicherungsarbeiten und Erstellen der statischen Berechnungen und der Konstruktionspläne
  • Geot. Dokumentation und Bauaufsicht sowie Festlegung des geot. Überwachungsprogramms

Auftraggeber: Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 17B - Brückenbauamt

Zeitraum: 2000 bis 2004