15.8.2020
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Hochwasserschutz Mittersill

Die periodischen Ausuferungen der Salzach im Oberpinzgau und das katastrophale Hochwasser 2005, welches auch direkt den Stadtkern von Mittersill betroffen hatte, veranlassten die zuständigen Behörden, die bereits in Planung befindlichen Hochwasserschutzmaßnahmen zu forcieren. Im Einvernehmen mit den betroffenen Grundbesitzern wurde mit der ersten Bauphase (Aufweitung des Salzachbettes, Erhöhung der Uferdämme der Salzach) 2006 begonnen.

2007 erfolgte der Arbeitsbeginn der zweiten Bauphase. Diese umfasst die Errichtung eines ca. 900 m langen und ca. 6 m hohen flach geböschten Hochwasserschutzdammes, welcher sich quer über das Salzachtal von der südlichen Talflanke bis nördlich zum Salzachbett erstreckt. Weiters werden Schutzbauten im Bereich des westlich von Mittersill gelegenen Gewerbegebietes errichtet und Schutzmassnahmen im östlich von Mittersill gelegenen Felben ausgeführt.

Die Erkundung des Untergrundes im Bereich der Dammaufstandsfläche ergab unter einer dm-dicken Humus-/Mutterbodenschicht eine bis zu 3 m mächtige feinkörnige Bodenschicht (Schwemm-/Stausedimente) und darunter eine Wechsellagerung aus sandigen Kiesen mit Schwemm-/Stausedimentlagen. Südlich der Bundesstraße B165 wurden mehrere m mächtige Torfschichten über den Schwemm-/Stausedimenten und Kiesschichten aufgeschlossen. Die gespannten Grundwasserverhältnisse waren im gesamten Talbereich durch zahlreiche Grundwassermessstellen dokumentiert. Sowohl die feinkörnigen Sedimente und die torfigen Bodenschichten als auch die gespannten Grundwasserverhältnisse stellten erhöhte bautechnische Anforderungen an das Bauwerk und die Ausführung.

Der zonar aufgebaute Hochwasserschutzdamm mit zentralem Dichtwandelement umfasst auch Sonderbauwerke, wie

  • eine Überfallschwelle im Bereich Salzach bis Bürgerkanal,
  • Verschlußbauwerke im Bereich Retentionsraum zur Salzach und im Bereich der Querung des West - Ost verlaufenden Bürgerkanals,
  • die Anhebung der Bundesstraße B165 mit mobil montierbarem Dammbalken,
  • die Querung der Transalpinen- Ölpipeline, die besondere bauliche Maßnahmen, wie Baugrubensicherung mittels ausgesteifter Spundwände, Entfernung der setzungsempfindlichen Torflagen, Fixierung der Ölleitung durch SSM-Material, DSV-Maßnahmen zur Anbindung der Dichtwandelemente und Abdichtung unterhalb der Ölleitung, erforderte.

GDP Aufgaben

  • Beratung des Bauherren in der Bauausführung
  • Beratende Tätigkeit zur Erstellung der Ausschreibungsunterlagen

  • Ergänzende Berechungen im Hinblick auf Setzungen durch die Dammauflast, Grundwasserdurchströmung unterschiedlicher Dammprofile, Führung des  Standsicherheitsnachweises für verwendetes Dammschüttmaterial

Auftraggeber: Land Salzburg, Abt. Wasserwirtschaft

Zeitraum: Dezember 2006 - 2009